Was ist Naturkosmetik?

Naturkosmetik. Was so einfach klingt, ist in Wahrheit ein komplexes Thema.

Hört man Naturkosmetik, besteht oft die Vorstellung, dass es einheitliche Regeln gibt, an die sich die HerstellerInnen halten müssen. Die Kosmetikverordnung regelt die Herstellung und das Inverkehrbringen von Kosmetik in der EU. Diese bezieht sich jedoch auf Kosmetik im Allgemeinen, schließt also konventionelle und

Naturkosmetik Pflanzen

Natürlich?

Naturkosmetik mit ein. Was Naturkosmetik betrifft, gibt es kein europaweites Gesetz, wo die Bestimmungen für alle Länder festgeschrieben sind. In diesem Blogartikel versuchen wir, einen Überblick über die Regelungen zu geben und zu erklären, wann und unter welchen Gesichtspunkten von Naturkosmetik die Rede ist.

 

Die Kosmetikverordnung

In den europäischen Ländern müssen sich HerstellerInnen von Kosmetik an die Kosmetikverordnung halten. Sie hat am 11. Juli 2013 die vorher bestehende EG-Kosmetikrichtlinie abgelöst und ist ein großes und weitreichendes Werk mit strengen Bestimmungen zur Herstellung von kosmetischen Artikeln in der EU. Darin ist zB geregelt, dass jedes Produkt einer Sicherheitsbewertung unterzogen werden muss, welche Stoffe zulässig und welche nicht oder nur eingeschränkt verwendet werden dürfen. Außerdem wird auch der Einsatz von Farb- und Duftstoffen, Konservierungsmitteln und UV-Filtern genau behandelt.

Ebenso gibt es für die Herstellung selbst Vorschriften, die unter dem Begriff „Gute Herstellungspraxis“ zusammengefasst werden. Darin ist festgeschrieben, welche Regeln bei der Produktion von Kosmetik einzuhalten sind wie Hygienebestimmungen, Arbeitsweise, Arbeitsmaterialien und Dokumentation.

All diese Vorschriften dienen dazu, dass kosmetische Produkte reproduzierbar und in messbarer Qualität hergestellt werden. Wer sich näher dafür interessiert, findet auf der Homepage der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) Genaueres dazu hier.

 

Naturkosmetik – wann Produkte diesen Namen tragen dürfen

Es gibt also die Vorgaben der Kosmetikverordnung, aber keine allgemeinen Richtlinien für Naturkosmetik. Deshalb finden sich auch verschiedene Regeln, die von den einzelnen Naturkosmetik-Siegeln vorgegeben werden. Sie haben eine gemeinsame Basis – wie die Definition von natürlichen, naturnahen oder naturidenten Stoffen –, haben aber Abweichungen darin, welche Stoffe erlaubt sind. Labels können ihre Produkte nach einem dieser Siegel zertifizieren lassen und dürfen diese dann, insofern alle Richtlinien eingehalten werden, Naturkosmetik nennen. Zu diesen Zertifizierungsverbände zählen beispielsweise NaTrue, BDIH oder Cosmos, wobei letzterer ein weltweiter Standard ist.

Inhaltsstoffe

Was ist drinnen?

In Österreich gibt es unabhängig von diesen Siegeln auch einen eigenen Vorgabenkatalog: Das Lebensmittelbuch, Codexkapitel B33.

Ihr werdet mit großer Wahrscheinlichkeit noch nichts davon gehört haben. Was sehr schade ist. Denn diese österreichischen Richtlinien sind eine der strengsten weltweit. Es wird genau geregelt, welche Stoffe in ein Pflegeprodukt dürfen und welche nicht. Das betrifft zum Beispiel Emulgatoren, Tenside (die waschaktiven Stoffe in Duschgel oder Shampoo), Konservierungsmittel und Wirkstoffe.

Jene Firmen, die sich exakt an diese Vorgaben halten, dürfen ihre Produkte mit dem Begriff Naturkosmetik ausloben. MOY Naturkosmetik macht genau das, und ist stolz darauf, eine der strengsten Richtlinien zu erfüllen. Leider gibt es dafür noch kein Siegel. Wir hoffen aber, dass ein solches in Zukunft die Anstrengungen sichtbar würdigt und auch den KonsumentInnen diesen tollen, österreichischen Kriterienkatalog nahebringt.

 

Greenwashing

Abgesehen davon gibt es Firmen, die diesen guten Ruf, den Naturkosmetik besitzt, ausnützen. Es handelt sich dabei um Unternehmen, die konventionelle Produkte herstellen, das bedeutet, auch Parabene, Silikone etc dürfen enthalten sein. Allerdings haben diese oftmals eine gute Werbestrategie: sie schreiben von Reinheitsgeboten, Einsatz von hochwertigen Pflanzenölen, Naturkompetenz und Inhaltsstoffen aus 100%ig natürlichen Ursprungs. All diese Aussagen suggerieren den KäuferInnen Produkte, die natürlich, umweltbewusst und „grün“ sind. Was sie nicht sind. Einzelne Komponenten werden hervorgehoben und ausgeschmückt. Ein Produkt, das mit dem Einsatz von 100% natürlichen Olivenöl wirbt, hat dieses auch in der Zutatenliste. Es steht allerding ganz weit hinten, was bedeutet, dass nur ein geringer Anteil dessen enthalten ist.  Außerdem wird durch den Ausspruch -100%iges Olivenöl – das Bild der Natürlichkeit eines Produkts gezeichnet.

Naturkosmetik Greenwashing

 

Also, hier unsere Mahnung: Lasst euch nicht täuschen. Achtet auf Siegel wie Natrue und Co. Lest auf den jeweiligen Homepages nach, auf welche Grundsätze Wert gelegt wird. Auch die Beschäftigung mit den einzelnen Inhaltsstoffen gibt euch ein Werkzeug an die Hand, mit dem ihr selbstbestimmt Entscheidungen treffen könnt.

Habt ihr Fragen zu einem unserer Inhaltsstoffe, lest hier nach, oder meldet euch bei uns!